Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V. (AdM) ist eine Organisation, die 1948 in Westdeutschland gegründet wurde und ehemaligen Bewohner des Memellandes und ihre Nachkommen aus vier ehemaligen Klaipėda Regionen – Stadt Klaipėda, Kreis Klaipėda, Šilutė und Pagėgiai, einigt.
AdM strebte sich die Beziehungen mit dem Heimatland zu behalten, deswegen nachdem Litauen die Unabhängigkeit zurückbekommen hat und die Möglichkeit zur Zusammenarbeit entstanden ist, wurde AdM sofort zum Ausrufer der Freundschaft zwischen den Städten Klaipėda und Mannheim. Diese Gemeinschaft bemühte sich ständig die Beziehungen mit der Heimat zu behalten, unterstützte die Bürger des Klaipėda Kreises, baute Denkmäler, beteiligte sich an verschiedenen Veranstaltungen in Klaipėda, unterstützte die Vereine der Deutschen in Klaipėda und Šilutė, das Hermann Sudermann Gymnasium. Die zum Symbol von Klaipėda gewordene Skulptur „Ännchen von Tharau“ , die Gedenktafeln an den Astronomen F.V. Argelander und an die Königin Luise, die Skulptur „ Der Abschied “ das alles ist nur ein kleiner Teil der guten Initiativen der Gemeinschaft.
Seit der Gründung im 1948 bemühten sich die Mitglieder der AdM die Dokumente über das Klaipėda- Gebiet (Memelland, d.h. Literatur, Karten, Fotos, Bilder und anderes Material zu sammeln und aufzubewahren. Zuerst wurden im Archiv die Dias und Textunterlagen über die Heimat gespeichert, später erweiterten sich die Grenzen des gesammelten Materials, in das Archiv der AdM wurden auch die persönlichen Kolektionen mit einbezogen (z.B. von M. Szameitat, W. Butkereit, W. Kwauka, G. Willoweit, W. Hilpert, H.Berger u.a.)
Im Laufe von 63 Jahren hat das gesammelte Archiv unter offizieller Benennung „Das Archiv der Arbeitsgemeinschaft der Memellandkreise e.V.“ nicht einmal den Sitzplatz gewechselt: Hamburg, Flensburg, Mainz, Cloppenburg, Oldenburg, Rastatt. Änderten sich auch die Betreuer des Archivs:
E. Janzen-Rock, H. Preuss, G. Grentz, G. Willoweit, H. Berger und schließlich G. Pietsch, dem K. Gogolka und W. Boes geholfen haben.
Eine Zeit leitete das Archiv und es im eigenen Privathaus in Cloppenburg betreute schon mal erwähnter H. Berger. Später wurde das gesammelte Material nach Oldenburg versetzt und dort im Gebäude eines Verlages aufbewahrt. Das Archiv war schwierig oder fast gar nicht zugänglich für die Gesellschaft, für die Bevölkerung, das war auch einer der Anlässe, der die Mitglieder der AdM auf die Suche nach einer besseren Unterkunft des Archivs inspiriert hat. Die Umstände haben so vorausbestimmt, daß nach dem kurzen Besuch der AdM-Delegation und der weiteren Verhandlung entschieden wurde, daß das Archiv in der Öffentlichen I. Simonaityte Kreisbibliothek Klaipėda untergebracht werden soll. Am 5. Oktober 2011 wurde dieses Archiv offiziell der Bibliothek als Dauerleihgabe übergeben.
Die Thematik des AdM-Archivs umfaßt Klaipėda (Memel), Umland von Klaipėda (Memelland) und Ostpreußen.
Im Laufe von mehr als 60 Jahren wurde im Archiv der AdM über 1500 Bücher, etwa 400 Themenhefter von verschiedener Thematik, mehr als 550 originelle, bis 1945 gedruckte Postkarten, Hunderte von Fotos (die ältesten davon sind vom Jahr1864), auch Duzende der Originallandkarten
(Jh. XVII-XX), etwa 100 Bilder (darunter auch die Arbeiten von H.Kallmeyer, G. Boese, M. Pechstein), verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, Tausende von Dias, persönliche sowie Ämterunterlagen, verschiedene Exponate.
Im Archiv werden verschiedene Dokumente und Gegenstände aufbewahrt: der Abdruck des Magistratstempels von Memel (Klaipėda) der königlichen Hafen- und Handelsstadt Preußens (I. Hälfte des 19. Jh.), verschiedene Unterlagen der in Memel (Klaipėda) und Memelland (Klaipėda Kreis) funktionierten Ämter und Behörden, bzw. die Geschichte der Sparkasse von Memel, die Quittung-Büchlein aus der Mitte des 19. Jh., das Tagebuch der Mechanikabteilung des Dampfschiffes „Anderson” vom 1944, das Registerbuch der Bürger von Mädewald (lit. Usėnai) , die Plakate von verschiedenen Veranstaltungen, Aufführungen. Einen Teil des Archivs bilden die Dokumente der einzelnen Personen und Familien: verschiedene Zeugnisse, die Heirats- und Sterbe-Urkunden, die Seeleute-Büchlein/Scheine, Pässe. Das religiöse Leben widerspiegeln die alten Gebetbücher und Messebücher, zwischen denen zeichnen sich die im Jahr 1824 veröffentlichte Bibel mit einer Vorrede von Liudvikas Rėza und die Sammlung der Gebetkarten aus.
Unter den Exponaten des Archivs kann man auch die Beispiele von den Kleidungsstücken der Frauen der Stadt und des Kreises Klaipėda, persönliche Gegenstände, einige Stadtwappen von Klaipėda, die eigenartigen Sportauszeichnungen und die mehr als 3 Meter Hohe Fahne des Kulturvereins vom Anfang des 20. Jahrhunderts finden.
In Zusammenhang mit dem Bestand des Archivs werden jedes Jahr die Wanderausstellungen organisiert, die sowie in Litauen als auch in Deutschland ausgestellt werden, das Archiv wird aktiv von den Wissenschaftlern, Studenten und Verleger benutzt, auch von den Schülern, Bibliothekslesern, Stadtgästen besucht.